Händewaschen und Gottvertrauen

Mit einem Schlag rückt das, was sonst unseren Alltag bestimmt hat, komplett in den Hintergrund. Alles dreht sich um ein Virus und wie man sich durch Händewaschen vor Ansteckung schützen kann. Die Sorge um die eigene Gesundheit und das Wohlergehen der eigenen Familie stehen ganz plötzlich im Vordergrund.

Doch die notwendigen und zum Teil panischen Reaktionen weltweit zeigen etwas Tieferliegendes: Wir haben Angst. Angst, die Dinge nicht mehr in der Hand zu haben, Angst vor einem Kontrollverlust.

Und dass alles vor dem Osterfest. Dem höchsten christlichen Feiertag in unserem Land. Der Feiertag, der von Errettung, Hoffnung und gerade davon spricht, dass wir eben keine Angst zu haben brauchen.

Klar, der Glaube an Gott macht nicht gegen das neue Corona Sars-CoV-2 immun. Aber wer Gottes Gnade erfahren hat, weiß sich von ihm geliebt und findet in allen Lebenssituationen Ruhe für die Seele. Das hat etwas mit dem zu tun, was uns mehr und mehr verloren geht: Vertrauen und Zuversicht in uns selbst und Gott gegenüber.

Vertrauen äußert sich in unserem Handeln, gerade dann, wenn wir durch ein kleines, kaum sichtbares Virus gezwungen werden, ein Stück herunterzufahren und nachzudenken. Das haben viele von uns durch einen Alltag voller Zerstreuung, Leistungsdenken und Stress fast verlernt. Der Physiker Blaise Pascal sagte Anfang des 17.Jahrhunderts: „Das ganze Unglück der Menschen beruht darauf, dass sie nicht mehr allein auf ihren Zimmern sein können.“ Der Mensch denkt, er braucht Zerstreuung.

Es ist wichtig, dass wir uns gerade jetzt nicht bewusst ablenken bzw. zerstreuen, sondern gegenseitig ermutigen, füreinander da sind, zusammenhalten und vertrauen.

Wünschen wir uns, dass wir das mitnehmen aus der Corona-Zeit, dass wir eben nicht alles im Griff haben, dass der Nächste zählt, auch wenn er aktuell zwei Meter Abstand hält, und dass es mehr gibt als Egoismus und Egozentrik. Lernen wir, neu zu verstehen, was Barmherzigkeit, Sanftmut, Geduld, Freundlichkeit und Güte bedeuten.

Unser Glaube stelle sich der Furcht. Im Vertrauen auf Gott weist er die Angst in ihre Schranken und macht uns Mut, gemeinsam, nüchtern und gelassen mit der Bedrohung umzugehen. Vertrauen beginnt damit, vertrauen zu wollen.

Ihnen allen ein gesegnetes Osterfest in Gesundheit und Vertrauen.

Ihre ECKD KIGST

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