Preisverleihung: Jury prämiert Initiativen außerordentlicher Menschlichkeit

Digitalisierungsschub für Kirchen: Soziale Nähe dank digitaler Verbundenheit

Mit ihrer Umfrage „(Post-)Corona-Zeit – Digitalisierungsschub für Kirchen. Was bleibt und was geht?“ hat die ECKD KIGST GmbH im Frühjahr kurzfristig auf den durch den Ausbruch des Corona-Virus ausgelösten Digitalisierungsschub im kirchlichen Umfeld reagiert.

Viele Pfarrerinnen und Pfarrer, Haupt- und Ehrenamtliche in Kirche und Wohlfahrt sind in dieser Zeit kreativ geworden und haben neue Wege gefunden, um weiterhin für ihre Gemeinden da zu sein: Online-Gottesdienste, Live-Streams, gemeinsam online singen und zahlreiche weitere Ideen wurden umgesetzt. Nie waren die Chancen der Digitalisierung so offensichtlich wie jetzt, um weiterhin die Erfüllung des Auftrags in den Gemeinden sicherzustellen.

Ein wichtiges Element der Umfrage stellte daher die Möglichkeit dar, das besondere Engagement der eigenen Kirchengemeinde in den ersten Corona-Wochen kurz vorzustellen. Inzwischen hat eine Jury aus allen vorgestellten Projekten diejenigen nominiert, die es in besonderer Weise geschafft haben, der Krise mit Initiativen außerordentlicher Menschlichkeit zu begegnen. Die Preisverleihung fand am 07.09.2020 (selbstverständlich unter Einhaltung der Abstands- und Hygienemaßnahmen) im ECKD Event- und Tagungszentrum in Kassel statt.

Den 1. Preis, ein IPAD Air 10,5, 64 GB Wifi, hat Pfarrer Johannes Böttner von der Evangelischen Kirchengemeinde Niedenstein-Wichdorf gewonnen. Mit dem Verbot von öffentlichen Gottesdiensten begann er, Online-Gottesdienste mit einem hohen kommunikativen Faktor auf die Beine zu stellen. Menschen können an diesen Gottesdiensten mitwirken, in dem sie in den Tagen vor dem Gottesdienst Audio- und Videodateien oder Textbeiträge zu einem vorgegebenen Thema an eine zentrale Stelle senden. Dort werden die Beiträge in einen liturgischen Ablauf gebracht.

Die Gottesdienstzuschauer haben die Möglichkeit, andere Menschen zu sehen, ohne ihnen im Raum zu begegnen. Per "Live-Chat" während der Premiere entsteht ein Gemeinschaftsgefühl. Das Projekt ist mittlerweile in der ganzen Region verortet. Auch nach dem Lockdown ist das digitale Angebot erhalten geblieben, unter anderem auch, weil damit andere Menschen erreicht werden als mit den klassischen Formaten.

Den 2. Preis, ein Samsung Galaxy Tab S6 live Wifi, erhält Pfarrer Michael Meyer zu Hörste von der Evangelischen Kirchengemeinde Neustadt.

In seiner Gemeinde wurde gleich eine ganze Vielfalt an Ideen umgesetzt: Unter anderem wurden in der Passionszeit in Zusammenarbeit mit den beiden Nachbargemeinden und dem lokalen Fernsehsender NECtv vier Fernsehgottesdienste aufgezeichnet und im lokalen Fernsehen ausgestrahlt. Ein Höhepunkt war der gemeinsame Ostergottesdienst. Dafür wurde eine kooperative Facebook-Seite entwickelt, über die zunächst auch der Gemeindebrief virtuell verteilt wurde. Diese Seite wird jeden Samstag um 12 Uhr genutzt, um das wöchentliche Online-Fürbittengebet, für das vorab über die Onlineplattform Gebete-teilen.de Gebetsanliegen gepostet werden können, direkt aus der Kirche auszustrahlen. Damit werden oftmals vierstellige Aufrufzahlen erreicht. Unterstützt wird dies durch einen Ehrenamtlichen, der aufzeichnet und schneidet und eine Organistin, die das Gebet musikalisch ausgestaltet.

Täglich um 18 Uhr wird für fünf Minuten ein Abendgebet (gemeinsames Gebet und Impuls) live über Facebook gestreamt und dann auf die Internetseite der Kirchengemeinde gestellt. Das Video steht anschließend weiter auf Facebook zur Verfügung und wird auch später noch gesehen. Außerdem gibt es täglich einen 2-minütigen Impuls für den Tag. Dieser wird Tag für Tag schriftlich auf der Homepage veröffentlicht und auf Facebook verlinkt. Gleichzeitig wird der Impuls auf Video aufgezeichnet und über YouTube veröffentlicht.

Der 3. Preis, ein Bose Be Quiet 35 Noise Cancelling Kopfhörer, wurde gleich zweimal vergeben: an Diakonin Birgit Görmann von der Evang.- Luth. Kirchengemeinde Rosenheim und Alexandra Glaßer, die in der Verwaltung der EKHN tätig ist und sich ehrenamtlich in ihrer Gemeinde engagiert.

Diakonin Birgit Görmann gewann mit der Idee eines Krimi-Podcast, der biblische Kriminalfälle als Hör-spiel in die aktuelle Zeit überträgt. Im Anschluss beantwortet ein Jurist Fragen dazu und eine Theologin klärt über den ursprünglichen Bibeltext auf. Mit Ausnahme der Theologin arbeiten alle Beteiligten ehrenamtlich daran mit. Die Folgen erscheinen monatlich. Der Podcast kann über YouTube und die wich-tigsten PodcastApps abonniert werden und erscheint auf der Website der Gemeinde.

Alexandra Glaßer gewann mit der Idee, alleinerziehende Mütter von Kindern mit Schwerstbehinderung zu unterstützen. Da diese bekanntermaßen zur Risikogruppe zählen, mussten die Mütter die Pflege in der Zeit des Lockdowns komplett alleine übernehmen und lebten solange in völliger Isolation. Daher wurde die Idee, ihnen durch Videokonferenzen Mut, Zuversicht und Hoffnung zu geben, dankbar angenommen.

Wir gratulieren allen Gewinnerinnen und Gewinnern herzlich und wünschen ihnen viel Spaß und Erfolg bei der weiteren Umsetzung ihrer Ideen!

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